Verein für Orts- und Heimatkunde Dorstfeld e.V.

Zeche und Werkssiedlung Oberdorstfeld

damals – heute – morgen

Denkmaltag am 12.9.2021

Die Werkssiedlung Oberdorstfeld wurde zwischen 1913 und 1919 im Auftrag der Gewerkschaft Dorstfeld, Eigentümerin der Zeche, von dem Essener Architekten Oskar Schwer erbaut. Die Häuserzeilen bestehen aus 35 unterschiedlichen Häusertypen, die sich in ihrer Größe und Gestaltung unterscheiden und innerhalb der Siedlung immer wieder in neuen Kombinationen zusammengesetzt wurden. Markant sind die diversen Dachformen und die großzügig angelegten Gärten und Vorgärten. Die Siedlung steht seit 1993 unter Denkmalschutz. 

Den diesjährigen Denkmaltag gestalten der Verein für Orts- und Heimatkunde e.V.  und die IG Zechensiedlung Oberdorstfeld gemeinsam. 

Seit 2013 beschäftigt sich die IG Zechensiedlung Oberdorstfeld mit der Geschichte der Kolonie und versucht diese durch verschiedene Aktivitäten und Projekte den BewohnerInnen und interessierten Personen näher zu bringen. So entstanden z.B. Informationstafeln zu verschiedenen Themen und Stromkästen wurden mit historischen Fotos gestaltet.  Auf der Homepage der IG gibt es weitere Informationen: https://www.siedlung-oberdorstfeld.de .

Wir freuen uns auf Euren Besuch in unserer Siedlung!

Wer nicht selbst klicken möchte, oder die Präsentation schon mal passiv genießen möchte, hier gibt es einen Film dazu:

Die Bergschenke

Before After
Before After
Before After

Die Bergschenke, später auch Bergschänke, das heutige Hicc Up, war seit Bau der Siedlung immer ein Gebäude mit Alleinstellungsmerkmal. Als Gastwirtschaft, dem sogenannten Beamtencasino, war es von jeher Mittelpunkt des sozialen und gesellschaftlichen Lebens.
Viele Vereine begingen hier ihre Proben, Ausstellungen und Feierlichkeiten. Es tagten die Tauben- und Kaninchenzüchtervereine,  Mandolinen- und Gesangsvereine, aber auch Parteien und Privatleute.
In den frühen Jahren bis in die Mitte der 1950er Jahre verfügte die Gaststätte über ein Gesellschaftszimmer, ein Casino, den Schankraum, die Kegelbahn im Keller, einen Saal mit Bühne in der ersten Etage und drei Fremdenzimmer für Zechenangehörige.

Quellen:
1930-1932 „Tiemann“- Postkarte: Ak „Erzählte Geschichte Dorstfelds“
1960er-Jahre „Bergschenke“ – Postkarte Detail: E. Torspecken
1970er-Jahre „Bergschänke“ – Foto: privat
2021 Foto: E. Torspecken

Haus Düppe

Am „Haus Düppe“ an der Wittener Straße wird der Wandel über die Jahre besonders deutlich. Von der ursprünglichen Zechenanlage (Dorstfeld 2/3, zuvor Carlsglück) stehen heute nur noch die Markenkontrolle, zwei Kompressorenhäuser und die Waschkaue. Diese wird gerade zu einem Bürgerhaus umgebaut, das im Sommer 2022 eröffnet werden soll. Das Gebäude mit Gastwirtschaft auf der rechten Seite ist hingegen sehr gut erhalten und wird gerade renoviert. Der Straßenverlauf ist ebenfalls noch nahezu identisch. Heute ist die Wittener Straße allerdings eine stark befahrene Durchgangsstraße. Im Hintergrund sieht man die Hochhäuser an der Adalbertstraße.

Quellen:
um 1913 Foto: Ak „Erzählte Geschichte Dorstfelds“
2021 Foto: E. Torspecken

Before After

Gaststätte Lentz

Die Gebäude der Gaststätte Lentz, ehemals Büth, an der Wittener Straße wurden Ende der 1970er-Jahre abgerissen und in den 1980er-Jahren durch einen großen Neubau ersetzt. Neben der alten Gaststätte befand sich ein Fachwerkhaus mit einer Schusterei. Auch dieses Gebäude wurde abgerissen. Allein die Bäume stehen noch an der gleichen Stelle. Da die Gebäude in einer Senke liegen, werden sie auch heute noch bei Starkregen überschwemmt. In den 1950er Jahren schwammen die Schuhe der Schusterei und die Bierdeckel in der Kneipe in den überfluteten Häusern. Der heutige Lebensmitteldiscounter ist mit hohen Stahltoren versehen worden, um eine Überflutung zu verhindern.

Quellen:
um 1950 Foto: Ak „Erzählte Geschichte Dorstfelds“
2021 Foto: E. Torspecken

Before After

Wittener Straße - an der Markenkontrolle

Der Feuermelder an der Markenkontrolle der Zeche existiert schon lange nicht mehr. Auch die Strommasten sind verschwunden. Der Straßenverlauf und die Gebäude sind jedoch erhalten geblieben. In dem Gebäude auf der rechten Seite war bis ca. Anfang der 1990er-Jahre die Verwaltung für Vermietung und Verkauf der Siedlungshäuser untergebracht.

Quellen:
um 1940 Foto: Stadtarchiv Dortmund
2021 Foto: E. Torspecken

Before After

Gebäude im Wandel - Fassaden, Fenster, Gärten

Before After
Before After

Ein Stilelement bei der Gestaltung der Vorgärten in der Siedlung sind die Bäume. Inzwischen sind sie über 100 Jahre alt. Viele von ihnen sind leider gefällt worden oder eingegangen. Gepflanzt wurde beim Bau der Siedlung vor allen Dingen Rotdorn und  Kastanien. Erfreulicherweise sind inzwischen in einigen Gärten Rotdorne nachgepflanzt worden. Auch Hortensien sind seit jeher in der Siedlung Bestandteile der Vorgärten.

Leider sieht man an diesem Beispiel auch die baulichen Veränderungen der letzten Jahre. Die Schlagläden wurden entfernt, Treppengeländer abgebaut, Dachflächenfenster eingebaut und einige Schornsteine  verschiefert.

Quellen:
1980er-Jahre Foto: AK „Erzählte Geschichte Dorstfeld“
2021 Foto: E. Torspecken
2021 Zeichnung: C. Birkendorf

Before After
Before After

Ca. 35 Jahre liegen zwischen dem ältesten und dem aktuellsten dieser Fotos. In dieser Zeit verlor das Gebäude seine Schlagläden, der Vorgarten wurde mit Scheinzypressen bepflanzt, die später wieder entfernt und durch einen neuen Rotdorn ersetzt wurden. Die originale Haustür wurde überarbeitet, neue Schlagläden angefertigt und der Aufgang wurde originalgetreu renoviert.  Es fehlt nur noch der elfenbeinfarbene Fassadenanstrich.

Quellen:
1985/1999/2015 Fotos: privat
2021 Foto: E. Torspecken

Die Gärten hinter der Wittener Straße

Ein Blick in die inneren Gartenbereiche zwischen den Häusern. 20 Jahre liegen zwischen der Zeichnung und dem aktuellen Foto. Es sind nicht nur Bäume gewachsen.

Quellen:
1999 Zeichnung: Privatbesitz
2021 Foto: H. Morszoeck

Before After

Der "Eierplatz"

Der sogenannte „Eierplatz“ zwischen Zechen- und Knappenstraße bekam seinen Namen durch seine Form. Früher diente er den Kindern der Siedlung als Spielplatz. Heute wird er als Parkplatz genutzt. 

Von den sechs Infotafeln zur Geschichte der Siedlung, die die IG Zechensiedlung erarbeitet hat, befindet sich auf dem „Eierplatz“ die Tafel zum Thema „Gärten und Plätze- typische Merkmale einer Gartenstadt“.

  • Damals-Heute
  • Damals-Morgen
  • Heute-Morgen
Before After
Before After
Before After

Quellen:
1973 Foto: Stadt Dortmund
1999 Zeichnung: M. Fleury
2021 Foto: E. Torspecken
2021 Zeichnung: C. Birkendorf

Gebäude im Wandel

Ein Gebäude der Siedlung im Wandel der Zeit. In den 1930er-Jahren mit Efeu bewachsen, sieht man die Schäden am Giebel nach dem Entfernen des Bewuchses auch heute noch deutlich. Besonders gut erkennt man, wie stark die Schlagläden den Charakter der Gebäude prägen.

Quellen:
1930er-Jahre und 1977 Fotos: privat
2021 Fotos: E. Torspecken

  • 1930-1977
  • 1933-2017
  • 1977-2017
Before After
Before After
Before After

Wittener Straße/Ecke Zollvereinstraße

Der Verkaufswagen der Dampfbäckerei „Aug. Balke“ steht an der Zollver­ein- / Ecke Wittener Straße. Im Hinter­grund das Feinkost- und Lebens­mittelge­schäft der Familie Richwin.  Frau Richwin (mit wei­ßer Schür­ze) ist auf dem Foto zu sehen. Nach Lebensmittel- und später Getränkehandel wird das Ladenlokal heute als Therapiezentrum genutzt.

Quellen:
um 1922 Foto: AK „Erzählte Geschichte Dorstfelds“
2020 Foto: E. Torspecken

Before After

Zeche Dorstfeld

Seit 1849 wurde in Dorstfeld Kohle gefördert. Mit dem Zusammenschluss der Gewerke Vereinigte Dorstfeld (später Schacht 1/4), Vereinigte Carlsglück (später Schacht 2/3) und Planetenfeld 1889 zur „Gewerkschaft Dorstfeld“ entstand eine Großzeche mit mehreren Kokereien. Die Anträge in den Bauakten von Schacht 2/3 zeigen eine kontinuierliche Erweiterung und Modernisierung der Anlage. Mal wurde ein neues „Compressorhaus“ beantragt, dann neue Aborte und die Erweiterung der Waschkaue oder 1918 die „Markenkontrolle mit Milchausschank“. Der Kohleabbau florierte und die Betreibergesellschaft versuchte die begehrten Arbeitskräfte an sich zu binden. 

Ab 1913 begann man also, nach den Entwürfen des Essener Architekten Oskar Schwer, mit dem Bau einer Kolonie im Stil einer Gartenstadt, die den Bergleuten ein nahes Wohnen an ihrem Arbeitsplatz und die Möglichkeit von Gemüseanbau und Tierhaltung ermöglichte. 1923 ging die Gewerkschaft Dorstfeld in die Essener Steinkohlenbergwerks AG über. Natürlich blieb auch die Zeche Dorstfeld nicht von Unglücken verschont. Im Mai 1925 ereignete sich auf Schacht 5 eine schwere Sprengstoff- und Kohlenstaubexplosion, es starben 47 Bergleute. Ihr Andenken wird auf dem alten Dorstfelder Friedhof an der Wittener Straße in einem Ehrenmal aufrechterhalten.

Weitere Informationen in der Broschüre: „Bergbau- und Zechengeschichte in Dorstfeld“, Nachdruck 2018 des Arbeitskreises „Erzählte Geschichte Dorstfelds“.

Zeche Dorstfeld Schacht 2/3

Before After

Die Adalbertstraße führt bergauf von der Wittener Straße zum Kortental. Die Häuser rechts auf dem Foto wurden in den 1980er-Jahren erbaut. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Grundstücke unbebaut, das Gelände war eine Rasenfläche. In dem auf dem historischen Foto zu sehenden Quergebäude auf der Wittener Straße , Hausnummer 125, befand sich die Gaststätte Lentz. Diese Gebäude wurde ebenfalls abgerissen und das Gebäude des heutigen Discounters „Netto“ gebaut. Der Blick auf die Außenwand der Zeche Schacht 2/3 hat sich hingegen bis heute nicht verändert.

Quellen:
1962 Foto: Ak „Erzählte Geschichte Dorstfelds“
2021 Foto: E. Torspecken

Die Waschkaue von Dorstfeld 2/3
- das neue Bürgerhaus

Die ehemalige Waschkaue der Zeche Dorstfeld, Schacht 2/3 ist eines der wenigen Gebäude, die noch erhalten sind. In den 1980er-Jahren nutzte ein Autohandel das Gelände, danach standen die Gebäude lange leer.  Zurzeit werden sie umgebaut und das Grundstück neu erschlossen. Es entsteht auf Initiative von Dorstfelder Vereinen und Institutionen ein Bürgerhaus mit Saal und Jugendzentrum. Weitere Informationen dazu siehe: Punkt F der digitalen Angebote zum Denkmaltag 2021, Broschüre S. 64.

Quellen: 
1980er-Jahre Foto: privat
2020 Foto: P. Fuchs

Before After

Dorstfeld 2/3 damals und heute

Die sehr dominanten Gebäude, Fördergerüst, Malakoffturm und Kamin, im Hintergrund Wasserbehälter und Kühlturm der Zeche Dorstfeld prägten das Ortsbild extrem. Der Blick fällt von der Mar­tener Straße (heute Hügelstr.) – dem damaligen Standort des Heldenehrenmals, welches für den Bau der Hochhäuser an der Karl-Funke-Straße weichen musste und sich heute auf dem Dorstfelder Friedhof befindet- auf  das Zechengelände. Heute sind nur noch die Markenkontrolle mit Milchausschank und die angrenzenden Gebäude erhalten. Im Hintergrund ragt das Hochhaus Hannibal II auf. Der Wandel der Zeit wird an diesem Beispiel besonders deutlich.

Quellen:
1934 Postkarte: AK „Erzählte Geschichte Dorstfelds“
2021 Foto: E. Torspecken

Before After

Markenkontrolle Zeche Dorstfeld

Das Gebäude der Markenkontrolle hat sich gut erhalten und wurde im Sommer wieder neu gestrichen. Im Hintergrund des historischen Fotos erkennt man bereits rechts den neu erbauten Hannibal II. Die restaurierte Uhr im Giebel über dem Eingang wurde vor einigen Jahren vom „Verein für Orts- und Heimatkunde e.V.“ veranlasst und finanziert. Die Baupläne zur „Markenkontrolle mit Milchausschank“ von 1918 zeigen auch die Einfriedung des Geländes mit einem schön verzierten Eisenzaun. Dieser ist heute nur noch an der Sengsbank erhalten. Der Eingangsbereich entlang der der Wittener Straße existiert nicht mehr.

Heute wird das Haus, ebenso wie die dahinterliegenden alten Zechengebäude, von der Volkshochschule Dortmund betrieben und als Schulungshaus benutzt. Auch das gegenüberliegende, modernisierte Gebäude gehört dazu. Dieses war früher ein roter Ziegelbau (vermutlich Ziegel aus der Dorstfelder Ziegelei) und diente als Gesundheitshaus der Zeche. Vor der VHS war die Fachhochschule Dortmund mit der Abteilung Fotografie in den Gebäuden untergebracht. Unter anderem lebte und arbeitete der Fotograf Professor Pan Walther während seiner Lehrzeit an der FH hier in diesem Gebäude.

Quellen:
1970er-Jahre Foto: privat
2021 Foto: E. Torspecken

Before After

Feedback

Hat Euch die Bildstrecke gefallen? Wir freuen uns über Feedback! Natürlich heißen wir Euch auch gerne beim VOH und der IG willkommen.

Wir möchten Euch auch auf die Präsentation der Dorstfelder Glasfenster von Nils Kowalewski hinweisen, die Ihr unter http://www.dorstfeld.com/dorstfelder-glasfenster/ besuchen könnt.

Glück auf!

https://www.siedlung-oberdorstfeld.de

http://www.dorstfeld.com/

http://www.dorstfeld.com/dorstfelder-glasfenster

Denkmaltag bei der Stadt Dortmund